Wien 2018 – From Dawn Till Dusk – eine Studienfahrt der besonderen Art

Punkt 7 in der Frühe. Dunkle Gestalten schälen sich aus der Morgendämmerung eines milden Oktobermorgens. Die Sonne beginnt ihre altbekannte Wanderschaft über den trüben Herbsthimmel und erleuchtet ihn, ...

... sodass man denken möge er stünde gänzlich in Flammen. Flammen, gleich der brennenden Vorfreude, welche den Schülern und Lehrern der Jahrgangsstufe 2, ob der bevorstehenden Studienfahrt ins Herz der Donaumonarchie, in die müden Gesichter geschrieben steht.

Die neunstündige Busfahrt gen Wien, welcher man wohl [viel zu rasch!] Langweile andichten möge, wurde durch heitere Stimmung und musikalische Gestaltung, in welche auch gemeinschaftliche Choräle inkludiert waren, zu einem Erlebnis der außerordentlichen Art.

Den ersten Abend verbrachten die Schüler und Lehrer mit der eigenständigen Erkundung der örtlichen Lokale und Etablissements, wobei die österreichische Freizeit- und Abendgestaltung hautnah erlebt wurde.


Dienstags wurde eine aufschlussreiche Stadtrundfahrt durch Wien organisiert, auf welcher kulturell bedeutsamen Lokationen wie dem wunderschöne Barockschloss "Belvedere" und das "Hundertwasserhaus", des namensgleichen Künstlers Hundertwasser, ein Besuch abgestattet wurde. Desweiteren führte unser Weg hinter die Kulissen der Wiener Staatsoper, welche uns mit beeindruckender Größe und Erhabenheit in ihren Bann schlug. Der Tagesabschluss wurde beim gemeinsamen Abendessen im historischen Stadtheuriger "Zwölf Apostelkeller" zelebriert.

Nach einem solch erlebnisreichen Dienstag war es im Sinne aller, den Mittwoch entspannt anzugehen. Wie besser, als die österreichische Metropole auf dem Wasserweg zu bewundern? Eine ausgiebige Donaurundfahrt erlaubte es die Kulisse der Stadt in Ruhe auf sich wirken zu lassen. Anschließend wurde die "UNO - City" besucht und die Schüler hatten die Möglichkeit Fragen zur Arbeit und Funktionsweise der UNO zu stellen. Der kulturellen Bildung genüge getan, zerstreuten sich die Schüler und Lehrer, um mit dem Abend nach persönlichem Gutdünken zu verfahren. Nur manche konnten sich dem Bann der Oper nicht entziehen und beschlossen dieser bei einem Kunstwerk von Giuseppe Verdi (UN BALLO IN MASCHERA) die Ehre zu erweisen.

Der Donnerstag, und damit letzte volle Tag in Wien, wurde zur Erkundung des jüdischen Viertels, inklusive vorbereiteter Schülervorträge, und dem Besuch des heeresgeschichtlichen Museums genutzt. Das Museum entpuppte sich hierbei als über allen Maßen informativ und die Führung (ent-) führte einen in die Geschehnisse des Kaiserreichs zur Zeit des 1. Weltkrieges. Nachmittags war es den Schülern gestattet die Zeit frei zu nutzen, wobei es den Großteil in Richtung des weltberühmten Praters zog.

​​​​​​Der letzte Abend und damit die spaßige, erlebnisreiche Klassenfahrt wurde von allen gebührend und ausgiebig gefeiert.

Am nächsten Morgen fiel es nicht nur den Schülern schwer, sich von Wien zu verabschieden – diesmal waren es zwei Lehrer, welche verschlafen und etwas zu spät den Bus bestiegen – ihnen sei verziehen. Nichtsdestotrotz konnte eine fast pünktliche Abfahrt und ruhige Rückfahrt angetreten werden, welche zurück zum Friedhofsparkplatz an der Friedrich-Hecker-Schule führte. Dort ward die Sonne bereits untergegangen und tauchte die Szenerie in ein Fest der Melancholie und Erinnerung an eine gelungene, letzte, gemeinsame Studienfahrt.


Jakob Hoffmann – TG J2/1

Artikel vom: 28/11/2018