Reisebericht zur Sprachreise nach Alicante

Ein interessantes Erlebnis, mit spannenden Impressionen aus dem spanischen Alltag und ansprechendem Unterricht in der Sprachschule vor Ort, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

 

Den Schülern der Spanischkurse der J1 des TG wurde die Teilnahme an einer Sprachreise nach Alicante angeboten. Das Interesse und die Begeiste­rung waren sehr groß und so entschieden sich ca. 31 SchülerInnen für die Sprachreise. Die 6-tägige Reise ist ein voller Erfolg gewesen. Dies wäre ohne die gute Organisation und Betreuung unserer beiden Spanischlehrer, Frau Jaritz und Herrn Macrí, so nicht möglich gewesen.

 

Alle Schüler trafen sich am 09.06.2018 am Bahnhof in Sinsheim. Die Busfahrt verlief problemlos und die Stimmung wurde schon einmal auf Urlaubsniveau gebracht. Nachdem wir alle (31 Schüler und 2 Leh­rer) eingecheckt hatten, war es dann auch schon bald soweit und das Flugzeug konnte bestiegen wer­den. Nach einem ca. 2-stündigen Flug erreichten wir um 15:15 Uhr Alicante und wurden im Anschluss per Bus in das Stadtinnere gefahren. Dort wurden wir auch schon direkt von unseren jeweiligen Gastmüt­tern abgeholt - eine erste Begrüßung mit Kuss auf die linke und rechte Wange gehören in Spanien mit zu einer herzlichen Begrüßung - und zu Fuß in die entsprechende Wohnung der Gastfamilie gebracht. In unserem „neuen Zuhause“ angekommen, stellte man sich zunächst vor und wechselte schon die ein oder anderen Worte. Von da an war man nun ge­fragt, das erlernte Spanisch so gut es geht in der Praxis einzusetzen und auch mal etwas mutig zu sein. Am Nachmittag machten wir alle gemeinsam eine Stadtrundführung, geleitet von Lehrern der Sprachschule. Dabei wurden uns einige interessante Orte gezeigt als auch Zahlen, Fakten und historische Hintergründe näher gebracht. Außerdem wurden uns wichtige Treffpunkte gezeigt wie z. B. der „Plaza de los Luceros“. Abends nahmen wir zusammen mit un­seren jeweiligen Gastfamilien das Abendessen ein. Je nachdem, wo sich die Wohnung der Gastfamilie befand, konnte man ein Straßenfest / einen Straßen­zug beobachten mit verkleideten Menschen etc. (Während unseres Reisezeitraumes fanden schon einige Vorfestivitäten der (Hogueras de San Juan) statt, die ihren Höhepunkt am 24. Juni haben (Jo­hannistag).)

 

Am zweiten Tag machten wir alle einen Ausflug in die Stadt Elche. Sie beherbergt sehr große Palmen­gärten, von denen der Größte, „El Palmeral“ zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde. Elche be­sitzt mehr Palmen als Einwohner. Wir besuchten das „Museo Municipal de la Festa“, das uns mit Hilfe ei­nes Videos und einer Ausstellung das „Misterio de Elche“, welches von der UNESCO zum „Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ erklärt wurde, als auch die zu dessen alljährlichen Aufführung wichtige Basílica de Santa Maria, nähergebracht hat. Im Anschluss besuchten wir den „Torre de la Calahorra“, eine im almohadi­schen Stil erbaute Befestigungsanlage, die zur anti­ken Stadtmauer gehört hatte. Im Innern waren vor allem Gemälde ausgestellt und auf dem Turmdach konnte man die nebenstehende Basilika von oben betrachten. Des Weiteren besuchten wir das MAHE (Museu Arqueológic i d´Història d´Elx → Histori­sches und Archäologisches Museum in Elche). Ein Museumsführer erklärte uns in verschiedenen Stationen unterschiedliche Epochen. Das Museum beschäftigt sich mit der weit zurückreichenden Ge­schichte von Elche. In vielen großen Vitrinen lassen sich etliche sehr interessante Relikte der Vergangen­heit bestaunen. Im Anschluss konnten die Schüler in Gruppen selbstständig die Stadt erkunden, sich et­was zum Essen kaufen etc. Nach diesem Freizeitab­schnitt genossen wir eine abschließende Rundfahrt mit einer kleinen Bahn durch verschiedene Gärten und weitere sehenswerte Teile der Stadt Elche.

 

Der dritte Tag war unser erster Schultag in Spanien. Der Unterricht wurde immer von 9:00 Uhr bis 13:00 Uhr abgehalten. Alle 31 Schüler wurden je nach Leistungsniveau in eine von drei Gruppen eingeteilt. Inhalte dieses ersten Unterrichtstages waren je nach Gruppe z. B. das Vorstellen des Sitznachbarn, das Erarbeiten der Namensherkunft von „Alicante“ mit Hilfe eines Textes, der Vergleich der Zeitformen „pretérito imperfecto“ und pretérito indefinido“, Übun­gen zur Aussprache etc. Nach dem Mittagessen um 14:00 Uhr bei den Gastfamilien war wieder freie Zeit für individuelle Erkundungen, Unternehmungen etc. eingeplant. Die nächste Aktivität, Besichtigung der Festungsanlage Santa Bárbara und des „Barrio anti­guo“, begann erst um 18:00 Uhr. Im Anschluss spen­dierten uns die Lehrer noch jeweils eine regionaltypi­sche Horchata selbstverständlich aus einer echten nur auf dieses Erdmandelgetränk spezialisierten „Horchatería“. Nach dem Abendessen war wieder ein Zeitfenster zur freien Verfügung für die Schüler mit der Bedingung, pünktlichr wieder „zu Hause“ zu sein.

 

Am folgenden Tag gingen wir wie gewohnt nach dem Frühstück zur Schule. Im Unterricht wurden, wie im­mer je nach Gruppe, unterschiedliche Themen bear­beitet wie z. B. die Wegbeschreibung, Vertiefung des Wortfeldes Stadt und Gebäude, Ortspräpositionen etc. Darüber hinaus sollten wir in Gruppen jeweils in einer bestimmten Zeit in der Stadt Fotos von Bau­werken, Straßen usw. machen, uns dann für das je­weils Beste entscheiden und im Anschluss einen passenden Titel und eine kurze Bildbeschreibung verfassen. Nach dem Mittagessen hatten alle wieder etwas Freizeit und im späteren Nachmittag besuch­ten wir alle zusammen eine nette kleine Tanzschule. Der Lehrer brachte uns einige grundlegende Schritt­folgen bei und wir alle kamen schnell ins Schwitzen, trotzdem hatte es sehr viel Spaß gemacht. Im An­schluss sind wir zum Strand gegangen. Dort sind viele Schwimmen gegangen, einige haben auch Beachball gespielt etc.

 

Am fünften Tag wurde im Sprachunterricht über The­men wie z. B. landestypische Stereotype, verschie­dene spanische Festivitäten etc. gesprochen. Zu­dem besuchten alle Gruppen das nahegelegene „Museo de Foqueres“, welches sich mit den schon erwähnten „Hogueras de San Juan“ und insbeson­dere mit den Skulpturen beschäftigt und die jeweils schönsten der vergangenen Jahre ausstellt. Im wei­teren Verlauf des Tages zeigte uns ein ortskundiger Führer wichtige Orte im Zusammenhang mit der his­torischen Entwicklung der alicantinischen Wasser­versorgung und erklärte einige Zusammenhänge. Anschließend wurden wir durch das „Museo de agu­as de Alicante“ - das Wassermuseum – geführt. Hier wurde einem vieles rund um den Lebensquell Was­ser näher gebracht. Außerdem konnten wir von dort aus die historischen Wasserreservoirs von Alicante begehen.

 

Am Abreisetag lernten wir in der Schule z. B. wichti­ge spanische Gerichte und Lebensmittelbezeichnun­gen kennen. Des Weiteren erhielten wir unsere Sprachzertifikate. Zu diesem letzten spani­schen Schultag zählte auch ein Marktbesuch. Mit ei­nem Aufgabenblatt ausgestattet sollten wir mit Hilfe unserer bisherigen Spanischkenntnisse bei lokalen Händlern verschiedene Dinge erfragen wie bei­spielsweise bestimmte Lebensmittelnamen. Nach der Schule verbrachten alle noch ein wenig Freizeit am Strand und packten die Koffer für den Rückflug.

 

Resümierend lässt sich auf jeden Fall festhalten, dass die Reise in das Land der zu erlernenden Spra­che bekanntermaßen die beste Möglichkeit ist, sich in der entsprechenden Sprache, hier dem Spani­schen, weiterzuentwickeln. Das Eintauchen (Immer­sion) in eine Sprache zusammen mit den kulturellen Eindrücken bieten eine gute und ansprechende Mi­schung. Aber nicht nur sprachlich lässt sich Vieles mitnehmen, sondern auch der allgemeinbildende An­spruch kommt, nicht nur auf Grund der verschiede­nen Museumsbesuche, nicht zu kurz.

 

Samuel Fudickar